Mehr als die Hälfte fährt viel zu schnell

STRASSENVERKEHR-VERKEHRSZÄHLUNG IN STAFFEL MUSS NACH MEINUNG DER GLL ZUR FOLGE HABEN, DASS MEHR FÜR DEN SCHUTZ DER FUSSGÄNGER GETAN WIRD

Staffel.Die Grüne Liste Lautertal (GLL) hat eine Liste von Maßnahmen vorgelegt, um die Sicherheit für Fußgänger in Staffel zu verbessern. Die Grünen kritisieren bereits seit längerem, dass es entlang der Jugenheimer Straße kaum Sicherungen gibt. Einzige verkehrslenkende Maßnahme sei die Anordnung von Tempo 30 für den Straßenverkehr gewesen. Es gebe aber kaum sichere Querungsmöglichkeiten und auch keine Gehwege im Dorf.

Hinzu kommt, dass nach Ansicht der GLL die Lage durch den Straßenverlauf erschwert wird. Die Jugenheimer Straße ist von der Kuralpe her abschüssig, was zu schnellem Fahren verleitet. Außerdem ist die Ortsdurchfahrt aus dieser Richtung schlecht einsehbar.

In einer Sitzung des Ortsbeirats von Beedenkirchen haben die Grünen nun das Thema nochmals aufgegriffen. Die Zahl der Fahrzeuge auf der Straße nehme stetig zu, hieß es. Was den Vorwurf angehe, es werde zu schnell gefahren, so gebe es seit Ende des vergangenen Jahres dazu auch Zahlen.

Die Gemeinde unternahm Geschwindigkeitsmessungen in der Zeit vom 16. bis zum 28. November in Höhe des Fasanenwegs, also an der Ortseinfahrt von der Kuralpe her. In Fahrtrichtung Wurzelbach seien knapp 30 Prozent aller Pkw mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen, weitere 33 Prozent sogar mit bis zu Tempo 80. Dreieinhalb Prozent aller Fahrzeuge hätten 90 Kilometer pro Stunde überschritten. In der Summe seien mehr als die Hälfte schneller als mit Tempo 70 gewesen.

Schilder und Blumenkübel

In der Gegenrichtung sei die Situation noch schlechter. Hier seien fast sechseinhalb Prozent aller Pkw schneller als 90 Kilometer pro Stunde gewesen.

Die GLL schlägt mehrere Maßnahmen vor, um den Verkehr zu bremsen. Hilfreich sei, mit Schildern und Warnbaken zu arbeiten, so die Grünen. Bremsend wirke auch, die Straße durch Hindernisse zu versetzen und zu verengen, etwa mithilfe von Blumenkübeln. Die Hindernisse sollten dabei durch Sperrflächen ergänzt werden, um die Verkehrsführung zu verdeutlichen.

Ein solcher Eingriff in die Straße sei zum Beispiel in Höhe von Fasanenweg und Lindenweg sinnvoll. Der Fußgängerweg entlang der Straße müsse besser befestigt werden. Für die Fußgänger fordert die GLL einen sicheren Überweg über die Straße.

Mit der Neufassung der Straßenverkehrsordnung im Frühjahr gibt es nach Ansicht der GLL bessere Möglichkeiten, die Verbesserungen umzusetzen. Zuvor hätten die Maßnahmen durch die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis Bergstraße genehmigt werden müssen. Dazu sei es nötig gewesen, dass die Strecke als gefährlich anerkannt sei. Inzwischen könnten die Behörden aber im Rahmen sogenannter Verkehrsversuche auch ohne einen Nachweis über eine „qualifizierte Gefahrenlage“ zeitlich befristete Genehmigungen erteilen.

Die entsprechende Neufassung des Gesetzes liegt allerdings zurzeit auf Eis, da ein Formfehler entdeckt wurde. Bund und Länder ringen insbesondere wegen unterschiedlicher Auffassungen zum mit der Novelle verbundenen strengeren Bußgeldkatalog derzeit noch um den Inhalt.© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 16.09.2020

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